Paperjam 10x6 Architecture Next Gen

Und was wäre, wenn der zukunftsweisendste Schritt in der Architektur darin bestünde, nicht mehr bei null zu beginnen?

Beim Paperjam 10x6 am 28. April teilten Antoine Iung und Gianni Bartolomeo die Einblicke von a+a dazu, was die nächste Generation der Architektur ausmacht.

Während sich architecture + aménagement s.a. ihrem 30-jährigen Bestehen nähert, ist ihre Überzeugung klar: „Next Gen“ bedeutet nicht, etwas zu erfinden, das es noch nicht gibt. Es geht um etwas Leiseres – und Anspruchsvolleres: die Intelligenz der Transformation.

Anhand ihres aktuellen Projekts Wooden Eye zeigten sie, wie das konkret aussieht. Angesichts eines veralteten Bürogebäudes wäre der naheliegende Schritt gewesen, es abzureißen und neu zu beginnen. Stattdessen analysierten sie es präzise, identifizierten die strukturell und technisch noch tragfähigen Teile und erneuerten nur das, was wirklich verändert werden musste. So entstand ein Gebäude, das heutigen Standards entspricht, ohne alles Bestehende zu löschen.

Doch der Vortrag blieb nicht bei den Gebäuden stehen. Denn wie kann man eine agile, zukunftsfähige Architektur entwerfen, wenn das Büro, das sie hervorbringt, es nicht ist? Für a+a bedeutet „Next Gen“ auch, dieselbe Logik auf die eigene Organisation anzuwenden: flachere Strukturen, mehr horizontale Entscheidungsprozesse und Arbeitsrhythmen, die Raum lassen für das Wesentliche in diesem Beruf – mehr Zeit zum Denken statt mehr Zeit am Schreibtisch.

Am Ende ist „Next Gen Architecture“ weder ein Stil noch ein technologischer Wettlauf. Es ist eine Haltung: die Fähigkeit, das Bestehende – ein sanierungsbedürftiges Gebäude, ein 30 Jahre altes Büro oder eine Arbeitsweise – bewusst zu betrachten und zu entscheiden, was erhalten, was transformiert und was neu erfunden werden soll.

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